Samurai – Diener, Beschützer und heute noch Kriegsheld

Wer an einen Samurai denkt, verbindet mit dem Begriff heute noch Attribute wie Loyalität, Ehre und natürlich japanische Ehrenbürger. Um kaum einen japanischen Begriff hat sich ein größerer Kult gebildet, als um diesen. Noch heute werden die japanischen Krieger in und um Japan herum verehrt. Nicht selten möchten sich kleine Jungs zu Halloween als Samurai verkleiden. Die Montur eines Samurai’s ist nämlich nicht nur ein großes Stück Historie, sondern strahlt außerdem eine gewisse „coolness“ aus, der man als Japan-Fan kaum wiederstehen kann.

Taucht man etwas tiefer in die Geschichte der Samurai ein wird man allerdings auch feststellen, dass das Leben der japanischen Krieger nicht immer so einfach und ehrenvoll war, wie es jahrtausende später erscheinen mag. Obgleich sie für ihre Leistungen und Taten vom eigenen Volk vergöttert wurden, brachte das Leben der Samurai nämlich auch einige Besonderheiten und „Unannehmlichkeiten“ mit sich.

Beispielsweise begann die Ausbildung der Samurai weit vor dem heutigen Grundschulalter mit 6 Jahren und war durch seine Härte wie keine Zweite. Außerdem war eines Kernelemente des Lebens der japanischen Krieger in ständiger Kampfbereitschaft zu sein. Somit war jeder Schritt, jeder Handgriff und jeder Gedanke eines Samurai davon geprägt, bereits in der vermeintlich nächsten Minute Einsatzbereit für einen u. U. wochenlangen Kampf zu sein.

Samurai Geschichte

Während die Samurai zu Beginn der japanischen Kriegsgeschichte nur einfache Soldaten waren, stiegen sie spätestens mit der Etablierung des Shogunats in die regierende Schicht des damaligen Japans auf.

Achtung: ein noch heute weit verbreiteter ist, dass die Samurai damals grundsätzlich alle in gehobenen Verhältnissen, vergleichbar mit dem mittelalterlichen Adel, lebten. Dies mag in Teilen zwar wahr sein, trifft ganzheitlich aber keineswegs zu! Sie bekamen von ihrem jeweiligen Lehnsherrn damals eine jährliche Reismenge – den sog. Koku – gewährt. Dieser lag oftmals weit unter dem Existenzminimum. So war es keine Seltenheit, dass sie trotz ihrer ehrenhaften und vergötterterten Berufung weniger Geld verdienten als ein japanischer Kleinbauer.

Die Ausbildung selbst hatte viele Facetten. Zwei zentrale Elemente waren die Schmerzunterdrückung und die Körperbeherrschung. So musste ein Samurai bspw. auch im Winter barfüßig durch die Gegend laufen. Außerdem war es ihnen grundsätzlich verboten Angst bzw. Furcht zu verspüren. Gerade unter dem Aspekt der immer vorhandenen Kriegsbereitschaft war dies von elementarer Bedeutung.

Ein elementarer Teil war außerdem die Ausbildung bzw. der gekonnte Umgang mit Waffen. Vollständig ausgebildet, beherrschte ein Samurai:

  • den Schwertkampf samurai schwertkampf
  • das Bogenschießen
  • die Fechtkunst
  • dem Umgang bzw. den Kampf mit dem Speer
  • und das heute noch äußerst populäre Jiu Jitsu.

Mit dem Abschluss der Ausbildung löste sich auch das Verhältnis zum eigenen Meister auf. Dem nun ausgebildeten wurden auf einer feierlichen Zeremonie sein Schwertpaar und seine Rüstung übergeben und er war nun ein vollwertiges Mitglied der Armee.

Samurai Kodex

Von großer Bedeutung für die japanischen Krieger waren die Begrifflichkeiten rund um das Wort Bushido, dem Ehrenkodex der Samurai. Das Wort selbst setzt sich dabei aus den Wörtern Bushi (Krieger) und Do (Weg) zusammen und beschreibt demnach den „Weg des Kriegers“.

Angelehnt an diesen Kodex, hatte ihre Existenz 7 zentrale Tugenden:

  1. Gi : Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Rechtlichkeit
  2. Yu: Mut
  3. Jin: Menschlichkeit
  4. Rei: Einhaltung der Etikette, Höflichkeit
  5. Makoto: Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Unverfälschtheit
  6. Meyo: Ehrbewusstsein
  7. Chugi: Loyalität, Treue, Pflichtbewusstsein

Ein Samurai war geprägt durch absolute Loyalität, dessen Lebenssinn es war sich seinem Meister zu unterwerfen und sein Leben für sein Volk im Kampf zu opfern. Furchtlos und mit völliger Hingabe sollten sie jederzeit bereit sein zu töten – aber auch getötet zu werden. Zog sich ein Krieger im Kampf zurück, zeigte er Furcht oder floh er gar ganz, galt dies als unermessbare Schande und machte den Betroffenen nicht selten zum sog. Ronin.

Geriet ein Samurai in eine missliche Lage, konnte er seine Ehre durch den sog. Harakiri bis über den Tod hinaus bewahren. Bei diesem Ritual schnitt sich der Betroffene gezielt den Bauch von links nach rechts auf und bewies mit dieser Aktion die höchste Form von Loyalität. Angewandt wurde der Harakiri, um der Gefangenschaft des Feindes zu entkommen oder gar um gegen die Entscheidung des eigenen Meisters zu protestieren. Auch der Tod des eigenen Herrn war für den Samurai ein Grund, um diesen qualvollen Schritt zu gehen. Mehr zu den sagenumwobenen Schwertern der Samurai findet Ihr hier