tatami japan

Tatami im Haus? Dann zieht doch bitte schnell die Schuhe vorm Betreten aus!

Was ist denn ein Tatami? Und wieso ziehe ich die Schuhe aus, wenn ich einem begegne?!

Jaja, im knapp 126 Millionen großen Land Japan ist halt doch alles ein wenig anders. Zur Begrüßung wird sich höflich verbeugt. Zu festlichen Anlässen tragen Männer und Frauen statt Anzügen gerne auch mal ein Hakama. Und in den Wohnungen liegen statt Teppichen oftmals sogenannte Tatamis.

Bis auf die Tatsache, dass man vor dem Betreten eines Tatami besser die Schuhe auszieht – auch wenn kein Tatami im Haus liegt, ist dieses Vorgehen grds. zu empfehlen – gibt es über diese „japanischen Fußbodenmatten“ allerdings noch einiges zu wissen.

Denn: unsere Freunde aus Japan haben auch im Bezug auf ihren geliebten Tatami einige Bräuche und Sitten, die vor allem für Japan Fans und zukünftigen Besitzer von immenser Bedeutung sind.

Die Geschichte der „japanischen Fußbodenmatte“

Wer unseren Japan Blog verfolgt ahnt bereits, dass auch der Tatami eine Jahrtausend alte Geschichte vorzuweisen hat. So wurden die ersten Tatami bereits vor ungefähr 1450 (!) Jahren als Bett eingesetzt. Wie auch bei den Hakamas, wurden die Tatamis allerdings zunächst nur von der sozialen Oberschicht genutzt. Erst etliche Jahre später fand der „japanische Teppich“ auch Einkehr im Haus des japanischen Durchschnittsbürgers.

Allerdings hat er sich dort dann auch nachhaltig etabliert. Denn auch heute noch ist der Tatami ein fester Bestandteil der japanischen Haushalte und Kultur. Ein Großteil der Japaner verlegt Tatamis heute noch in mindestens einem Raum ihres Hauses. Ebenso besonders wie der Tatami ist auch dieser Raum – der sogenannte Washitsu. Diese Zimmer – sehr sauber und minimalistisch eingerichtet – wird genutzt um mit Freunden zusammenzukommen und zu diversen Anlässen gemeinsam zu feiern. japan blog tatami

Achtung! Seid ihr nämlich zu einem dieser Anlässe tatsächlich einmal eingeladen, tretet bloß nicht auf den äußeren Rand der Tatami. Tut ihr das doch, werdet ihr von eurem Gastgeber u. U. nämlich schnell in die Kategorie „Rüpel“ eingeordnet. Dieses Verhalten gilt nach wie vor als hochgradig ungesittet!

Wie wird ein Tatami hergestellt?

Die wahrscheinlich bekannteste Variante ist die aus Reisstroh. Dabei bildet das Reisstroh klassischerweise das Zentrum. Im nächsten Arbeitsschritt wird dieses Basis alsdann mit einer Matte verbunden. Zusammengehalten wird das Ganze durch die aufgenähten Ränder. Bei einem Standardmodell bestehen diese im Normalfall aus Baumwolle. Handelt es sich um ein Luxusmodell, kann es aber auch durchaus vorkommen das teure Seiden zur Herstellung der Ränder benutzt werden.

Der fertige Tatami unterscheidet sich vor allem in der Beschaffenheit und in der Resistenz stark von den uns bekannten Matratzen und Teppichen. Auch deshalb sollten die japanischen Fußbodenmatten- wie Eingangs bereits erwähnt – tatsächlich nur mit Socken oder barfüßig betreten werden. Ein vorsichtiger Umgang verhilft ihm nämlich zu einem noch längeren Leben!

Wer jetzt neugierig geworden ist oder gar darüber nachdenkt seine Wohnung komplett mit Tatamis auszulegen, der kann gerne hier beginnen zu stöbern. Vielleicht ist euer nächster Teppich ja tatsächlich ein japanischer! Wir wünschen euch ganz viel Spaß!

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